Ich bin Schlafmediziner: So viele Stunden sollten Sie mit 60 schlafen, um gesund zu bleiben

Schlaf wird mit dem Alter wichtiger. Gerade ab 60 Jahren ist er wichtig für das Wohlbefinden. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, ältere Menschen bräuchten automatisch weniger Schlaf, zeigt die Forschung: Erholsamer Schlaf bleibt auch im höheren Alter notwendig.
So ändert sich der Schlaf, wenn man älter wird
Mit zunehmendem Alter verschieben sich die biologischen Rhythmen, was zu einem zerhackten Schlaf führen kann. Nächtliche Erwachungen, die länger und öfter auftreten als in jungen Jahren, sind für viele Menschen ab 60 Jahren normal. Während der Tiefschlaf (die Phase mit der stärksten Erholung) mit 20 Jahren noch tief und regenerierend ist, wird er später leichter. Das kann das Gefühl entstehen lassen, man habe weniger erholsamen Schlaf, ohne dass die Schlafqualität zwangsläufig schlechter ist.
Ältere Menschen erinnern sich häufiger an diese Wachphasen, weil das Gehirn heterogener arbeitet: Teile sind wach und verarbeiten wichtige Informationen, andere ruhen. Diese Beobachtung des Schlafmediziners macht klar, wie vielschichtig Schlaf im Alter ist.
Wie viel Schlaf Senioren brauchen
Experten raten, dass Senioren weiterhin 7 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht anstreben sollten, um sich zu erholen. Für Menschen zwischen 60 und 64 Jahren werden 7 bis 9 Stunden empfohlen, ab 65 Jahren gelten 7 bis 8 Stunden als Richtwert. Es gibt Ausnahmen: Manche sind von Natur aus Kurzschläfer (Menschen, die dauerhaft mit weniger Schlaf auskommen), andere schlafen länger.
Als einfacher Prüfpunkt gilt: „Man hat gut geschlafen, wenn man beim Aufwachen nicht müde ist.“ Das zeigt, dass es nicht nur auf die Schlafdauer, sondern auch auf die Schlafqualität ankommt.
Was im Alter den Schlaf stört
Verschiedene gesundheitliche Probleme können den Schlaf stören. Bei Männern sind es oft Prostatabeschwerden (z. B. häufiges nächtliches Wasserlassen), bei Frauen Schmerzen, Hitzewallungen oder Nachtschweiß. Sorgen um die Gesundheit und körperliche Beschwerden wirken sich ebenfalls negativ auf den Schlaf aus.
Der Schlafmediziner weist darauf hin, dass solche Störfaktoren die Schlafqualität beeinträchtigen können, was das allgemeine Wohlbefinden beeinflusst.
Nickerchen: kurz und richtig
Tagschlaf oder ein kurzes Nickerchen kann helfen, den nächtlichen Bedarf auszugleichen — vorausgesetzt, die Dauer überschreitet nicht 20 Minuten. Diese kurze Pause sollte idealerweise zwischen 13:00 und 14:00 Uhr liegen, damit der nächtliche Schlafrhythmus nicht durcheinandergerät und man tagsüber neue Energie tankt.
Tipps, um besser zu schlafen
Gute Schlafhygiene und ein gesunder Lebensstil sind grundlegend für erholsame Nächte. Regelmäßige Rituale vor dem Zubettgehen, beruhigende Einschlafgewohnheiten und körperliche Aktivität helfen dabei, die Schlafqualität langfristig zu erhalten.
Schlaf im Alter ist komplexer als einfach nur „die Augen zuzumachen“. Trotz biologischer Veränderungen und gesundheitlicher Herausforderungen bleibt es wichtig, die benötigte Schlafdauer zu achten und Schlafstörungen frühzeitig anzugehen. Ein erholsamer Schlaf trägt dazu bei, die Lebensqualität im Alter zu steigern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.