Diese IKEA-Armlehnsessel aus den 70ern kosteten einst 37 $, jetzt bringen sie 2.000 $ ein – vielleicht steht einer bei dir zu Hause!

Von Vintage zu Kult: Wie IKEA‑Möbel an Wert gewinnen
Von Vintage zu Kult: Wie IKEA‑Möbel an Wert gewinnen

Ein unscheinbares Möbelstück kann mit der Zeit zum begehrten Sammlerstück werden. Ein gutes Beispiel ist der IKEA-Sessel IMPALA: In den 1970er Jahren kostete er nur 34,04 € (entspricht 37 USD), heute wechselt er für 1.840 € (entspricht 2.000 USD) den Besitzer. Solche Wertsteigerungen sorgen nicht nur bei Sammlern für Staunen, sie werfen auch ein Licht auf den allgemeinen Trend zu Vintage‑Möbeln.

Wie der IMPALA‑Sessel zum Sammlerstück wurde

Der IMPALA stammt aus den frühen 1970er Jahren und wurde von Gillis Lundgren entworfen. Mit seinen weichen, abgerundeten Linien brach er damals mit vielen Konventionen und wurde in den frühen 1970er Jahren in den IKEA‑Märkten eingeführt. Die Reaktionen waren zunächst zwiegespalten. Ingvar Kamprad, der Gründer von IKEA, war skeptisch und setzte sogar eine Flasche Whisky auf das Scheitern des Entwurfs — Lundgren blieb aber überzeugt vom Potenzial seines Designs.

Ursprünglich war der Sessel ein massenproduziertes Alltagsstück. Über die Jahre entwickelte er sich jedoch zu einem wertvollen Sammlerstück. Dieser Wandel vom Alltagsgegenstand zur begehrten Antiquität zeigt, wie sehr innovatives Design im Laufe der Zeit aufgewertet werden kann.

Der IMPALA ist nicht das einzige IKEA‑Möbel, das an Wert gewonnen hat. Ein weiteres Beispiel ist das GUIDE‑Regal, entworfen von Niels Gammelgaard im Jahr 1985. Ursprünglich für 59,80 € verkauft, wird es heute auf Plattformen wie Design Market für über 1.472 € gehandelt. Gründe dafür sind limitierte Produktionsauflagen, die Qualität der Handwerkskunst und der Nostalgie‑Faktor, der an die 70er und 80er Jahre erinnert.

Solche Stücke sind nicht nur bei Sammlern gefragt. Auch Innenarchitektinnen und Innenarchitekten suchen vermehrt nach Einzelstücken, um Räume individueller zu gestalten. Der Trend zu Vintage‑ und Retro‑Möbeln passt außerdem zu den Einrichtungsströmungen von 2025, in denen eklektische und personalisierte Raumgestaltungen gefragt sind.

Wie IKEA ins Second‑Hand‑Geschäft einsteigt

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach Vintage‑Stücken hat IKEA seine Prioritäten überdacht und ist in den Second‑Hand‑Markt eingestiegen. Mit der Einführung von separaten Verkaufsflächen für gebrauchte Artikel in ausgewählten Filialen signalisiert das schwedische Unternehmen seine Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft. Dieser Schritt hilft nicht nur, Abfall zu reduzieren, sondern erlaubt IKEA auch, von der steigenden Begeisterung für Retro‑Möbel zu profitieren.

Verkäufe auf Plattformen wie Selency, wo der IMPALA‑Sessel kürzlich für 2.300 € gehandelt wurde, zeigen, dass die Preise weiter steigen können. Solche Verkäufe machen deutlich, dass limitierte Editionen und Kooperationen im Wert zulegen können.

Die Bewegung von IKEA in Richtung Vintage‑Markt bietet sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch der Nachhaltigkeit einen klaren Mehrwert. Der Trend, Vintage‑IKEA‑Stücke in moderne Einrichtungskonzepte einzubauen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Innenräume heute häufiger Geschichten erzählen sollen.

Welche IKEA‑Objekte von heute zu den Sammlerstücken von morgen werden, bleibt eine offene Frage. Konsumenten mit Blick für Designklassiker könnten künftig von Investitionen in limitierte Editionen und Künstler‑Kooperationen profitieren. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickelt.